Webcam?

Immer wieder kommt die Frage auf welche Kamera geeignet ist.

 

WICHTIG sind manuelle Einstellungen.
Eine fehlende manuelle Belichtungseinstellung generiert   im späteren Film ein Flackern, ein nicht beeinflussbarer Autofokus lässt das Bild leicht zittern.

Webcams
Vor ein paar Jahren noch war die Frage relativ schnell beantwortet, kaum eine erschwingliche Kamera hatte mehr als 640×480 – Also eine geringere Auflösung als eine DVD, qualitativ vielleicht noch mit einer VHS Kassette vergleichbar.

Der Königsweg war der DV Camcorder mit Firewire, doch selbst diese sind antiquiert. Full-HD Camcorder kosten entweder eine Menge Geld, günstige bieten keinen brauchbaren Webcam-Modus.

Trotzdem sind billige Webcams interessant, vor Allem für ehrenamtliche Projekte, Familien mit wenig Geld, oder für alte PC Räume. Hier Bilder einer 2,80€ Webcam, wie man sie via Ebay aus China bestellen kann (2-4 Wochen Lieferzeit, unter dem EuSt/Zollfreibetrag):
Oft werden solche Kameras mit 2 oder gar  Megapiel beworben, doch dies sind per Software interpolierte Ergebnisse, die nichts mit der physikalischen Pixelanzahl des Chips zu tun hat.

3eurocam2 3eurocam3 3eurocam1

Während Verzeichnung und Schärfe im Fernbereich eher schlecht als Recht sind, ist der manuelle Fokus und die Nahbereichsfokussierung für Trickfilme von Vorteil.
Für einfache Projekte reicht das durchaus.

Ab etwa 15€ gibt es jedoch auch Kameras die besser sind. Der Aufpreis ist meist gerechtfertigt. Eine Liste von empfohlenen Kameras folgt.
Als die Hama CM 3010AF von 50 auf 12€ reduziert wurde, habe ich für die Schule fünf stück bestellt.
Zwar hatte ich die Kamera schon vor vier Jahren getestet und einige Mängel entdeckt, für Trickfilme und 12€ ist sie aber in Ordnung. Der größte Manko ist, dass mit Monkeyjam die automatische Belichtungssteuerung und der Autofokus nicht regelbar sind, mit anderen Programmen wie Sharpcap ist es aber kein Problem.
Zwischenzeitlich habe ich privat sechs weitere gekauft, da Conrad die Kamera kurzzeitig für 5€ im Angebot hatte.

Handy und Tablet-Kameras
Grundsätzlich lässt sich mit jeder Kamera arbeiten. Am Laptop fehlt die Verstellmöglichkeit, Handy und Tablet müssen stabil aufgestellt werden und bieten meist ungenügend manuelle Einstellungen.
Trotzdem ist es möglich, bereits 2004 habe ich ein paar Handy-Animationen erstellt. Was früher noch einen PC zur Filmerstellung benötigte (oder den Videomodus mit  unregelmäßig ausgelöster Pausefunktion)  erledigen heute zahlreiche Apps. In letzter Zeit wurde „Vine“  recht populär. Bei Vine kann man einige Sekunden kurze „Loops“ (wiederholt abspielende Endlosschleifen) aufzeichnen und mit Freunden teilen. Ideal für Stopmotion.

Die Kompaktkamera
„Aber ich habe doch schon eine Kamera!“
Das höre ich oft.
Kompaktkameras sind ein Graus. Sie bieten fast nie  brauchbare“Live“ PC-Verbindungen, manuelle Fokus- und Belichtungseinstellungen fehlen selbst bei vielen teureren Modellen, und der Megapielwahn bescherte uns hochauflösende Taschenknipsen deren Winzig-Chips in Innenräumen schlechte Bilder machen. Wahlweise verrauscht oder durch intelligente Korrektur matschig.
natürlich geh es auch mit  Kompaktkameras wenn man auf ein großes Kontrollbild verzichten kann.
Für Stopmotion mit Personen oder Aussenprojekte trotzdem geeignet:

DIGITALE SPIEGELREFLEX
Der Königsweg ist die digitale Spiegelreflexkamera oder eine spiegellose Systemkamera. Neu leider selten für unter 250€ zu haben bieten diese Kameras meist alle manuellen Einstellmöglichkeiten, haben einen größeren lichtempfindlicheren Bildsensor als Kompaktkameras, und zumindest die meisten DSLR bieten „Live View“ um das Bild direkt am PC Bildschirm aufzunehmen. Einige professionelle Stopmotion-Programme können neben Webcams auch gänige DSLR ansteuern.

 

 

Dieser Beitrag wurde unter StopMotion veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.